
zur ZW- Schätzung 08.04.2026
Vor mehr als 15 Jahren wurde das Teststier – Zuchtprogramm auf die genomselektierte Zucht umgestellt und dadurch enorme Hoffnungen für größtmöglichen Zuchtvorschritt geweckt.
Aber was ist in der Praxis davon übriggeblieben????
Meiner Meinung nach haben die „Altbewährten Faustregeln“ für die Anpaarung meiner Zuchttiere auch heute noch Bestand.
Was verwende ich wann???
Wenn ich bei meinem Zuchttier ein Defizit züchterisch korrigieren möchte, dann empfiehlt es sich, einen hochsicher getesteten Vererber einzusetzen, der mit mind. 92% Sicherheit das gewünschte Merkmal zeigt. Bei der Anpaarung von Kalbinnen verwende ich Vererber mit bekannten Geburtsverläufen!!
Und wann verwende ich einen genomischen Jungstier (Teststier)???
Einen genomischen Jungstier verwende ich in meiner Zucht nur dann, wenn ich ein Zuchttier habe, bei dem alles passt und ich etwas probieren (testen) möchte!!! Dieser Einsatz sollte nur breit gestreut erfolgen um mögliche negative Ausreißer in ihrer Anzahl auf dem Betrieb zu begrenzen. Selbst beim Einsatz von Töchtergeprüften Altstieren von GZW 112 und darunter habe ich eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, in meiner Zucht etwas zu verbessern als bei hoch vorgeschätzten genomischen Vererbern, weil diese ihre Qualitäten erst noch beweisen müssen. Enttäuschende Abstürze von Zuchtwerten haben wir schon genügend erlebt.
